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Sherry Blake

Bruno - Kindle

Bruno - Kindle

Sartori Syndicate Series - DE, Book 5

⭐⭐⭐⭐⭐ 81+ 5-Star Reviews

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Sie wird gezwungen, einen gelähmten Don zu heiraten, der schwört, sie niemals zu berühren.

Sie weigert sich, ungewollt unerwünscht in ihrer eigenen Ehe zu leben.

Die Spielschulden meines Vaters haben mir einen Ehemann und einen Käfig gekauftbeschert.

Bruno Sartori wollte keine Ehefrau. Er wollte den Beweis, dass er noch führen kann — - und Pietro hat ihm eine arrangierte Ehe als Prüfung gereicht.

Ich war die Transaktion. Der Name auf einem Vertrag. Die Frau, die dem Westflügel zugewiesen wurde, während er im Ostflügel blieb und so tat, als würde ich nicht existieren.

Eine Woche lang sprach er kein Wort mit mir.

Also sprach ich für uns beide.

Ich ging auf ihn zu, wenn alle anderen zur Seite wichen. Ich klopfte an seine Tür, wenn sonst niemand den Mut hatte. Ich saß bei seiner Familie, lächelte und hielt den Raum zusammen, während er am Kopfende des Tisches saß und mich ansah wie ein Problem, das er noch nicht gelöst hatte.

Er hatte unrecht, was das Niemals-Berühren betraf.

Er hatte in Vvielem unrecht.

Doch Bruno Sartori hat seine Mauern aus zwei Jahren Trauer, Stolz und Zorn errichtet — - und ich bin einundzwanzig, habe nichts zu verlieren und aber alles zu beweisen.

Das ist nicht die Ehe, die er geplant hatte.

Sie wird zu etwas, von dem keiner von uns mehr weggehen kann.

Chapter 1 Look Inside

Kapitel 1
Bruno
Der Aufzug summt, während er nach unten gleitet. Ich umklammere die Armlehnen meines Rollstuhls, die Knöchel weiß vor Anspannung gegen das Leder gepresst.

Atmen. Beherrschung. Lass es sie nicht merken.

Mein Spiegelbild starrt mir von den polierten Messingtüren entgegen. Dunkle Schatten unter den Augen. Das Haar länger, als ich es je getragen habe. Das Gesicht eines Mannes, der Monate in einem Krankenhausbett verbracht hat, während seine Familie ohne ihn weitermachte.

Die Türen gleiten auf. Ich rolle nach vorn.

Das Anwesen war schon immer so gebaut. Rampen, wo Stufen hätten sein können. Breite Türrahmen. Dieser Aufzug, den dreißig Jahre lang niemand benutzt hat. Giuseppe hat das alles so entworfen, als er den Ort baute, als hätte er gewusst, dass einer seiner Söhne als Krüppel enden würde.

Glückspilz, der ich bin.

Ich rolle den Flur entlang in Richtung Pietros Arbeitszimmer. Die Räder geben auf dem Parkettboden kein Geräusch von sich. Man will ja nicht, dass der Krüppel sein Erscheinen wie eine verdammte Zirkusnummer ankündigt.

Das Haus riecht noch genauso wie früher. Giulias Essen weht aus der Küche herüber. Leder und alte Bücher aus der Bibliothek, an der ich vorbeifahre.

Nichts hat sich verändert.

Alles hat sich verändert.

Ich ertappe mich dabei, wie ich die Türöffnungen zähle. Die Breite ausmesse. Berechne, ob ich schnell fliehen könnte, falls es nötig wäre. Alte Gewohnheiten. Ein Sicherheitstraining, das man nie ablegt, selbst wenn die Beine nicht mehr funktionieren.

Besonders dann, wenn die Beine nicht mehr funktionieren.

Stimmen dringen aus Pietros Arbeitszimmer. Die Tür steht offen. Ich kann Lorenzos abgewogenen Tonfall hören, Nicos knappe Antworten. Valentinos schweren sizilianischen Akzent.

Sie sind alle hier. Und warten.

Ich halte kurz vor der Türschwelle an. Schließe die Augen.

Atmen. Beherrsch deine verdammten Emotionen.

Ich öffne die Augen. Straffe die Schultern.

Ich rolle durch die Tür.

Vier Augenpaare richten sich auf mich.

Pietro steht hinter dem Schreibtisch. Er hat diesen Ausdruck im Gesicht. Den, der besagt, dass er bereits sechs verschiedene Szenarien durchrechnet, noch bevor ich den Mund aufgemacht habe. Dunkler Anzug, die Ärmel hochgekrempelt. Immer bereit für einen Kampf, mein Bruder.

»Bruno.« Er nickt einmal kurz. Kein Mitleid in seiner Stimme. Gut. Ich müsste ihn töten, wenn es so wäre.

Lorenzo erhebt sich aus dem Ledersessel am Kamin. Der Diplomat. Der Friedensstifter. Er trägt einen seiner italienischen Maßanzüge.

»Gut, dich zu sehen«, sagt Lorenzo. Seine Stimme ist warm. Ehrlich. Das ist die Sache mit Lorenzo. Er meint den Scheiß, den er sagt, tatsächlich ernst. Das macht ihn entweder zum Besten von uns oder zum Naivsten. Das Urteil darüber steht noch aus.

Nico steht nicht auf. Er spricht nicht. Er beobachtet mich nur von seinem Platz an der Wand aus, die Arme verschränkt. Der Stratege der Familie. Derjenige, der Muster sieht, wo andere nur Chaos wahrnehmen. Er hält sein Tablet unter den Arm geklemmt wie eine Kuscheldecke.

»Nico.« Ich erwidere seinen Blick. Halte ihn aus.

Er nickt. Einmal. Mehr werde ich von ihm nicht bekommen. Mehr brauche ich nicht.

Valentino stößt sich von dem Bücherregal ab, an das er sich gelehnt hat. Mein Cousin. Gebaut wie ein Soldat, weil er einer ist. In seinem schwarzen Haar schimmern jetzt graue Fäden, was ihn vornehm statt alt wirken lässt. Er leitet die Sicherheit für das Anwesen auf Sizilien, beschützt Tante Carmela und unsere Mutter und hält unsere europäischen Verbindungen aufrecht. Ehre der alten Welt, verpackt in einen dreiteiligen Anzug.

»Cugino.« Er packt mich an der Schulter, als ich an ihm vorbeischiebe. Ein fester Griff. Kein Zögern, mich zu berühren. »Du siehst beschissen aus.«

»Fick dich auch.«

Er grinst.

Ich positioniere mich am Fenster. Mit dem Rücken zur Wand. Freie Sichtlinien zu beiden Türen. Alte Gewohnheiten.

»Wo ist Vittoria?«, frage ich.

Pietros Kiefer spannt sich an. »Bei ihrem Ehemann.«

»Dem Russen.«

»Dmitri. Ja.«

Ich lasse das einen Moment lang so stehen. Meine kleine Schwester. Verheiratet mit der Bratva.

»Sie sollte hier sein.«

»Sie ist beschäftigt.« Nicos Stimme ist ausdruckslos. »Spielt Hausfrau, wie du es ausgedrückt hast, als du dieses Treffen einberufen hast.«

Mir war nicht klar, dass ich das am Telefon laut ausgesprochen hatte. Egal. Es ist die Wahrheit.

»Worum geht es hier, Bruno?« Pietro kommt hinter dem Schreibtisch hervor. Lehnt sich gegen die Vorderseite. Er versucht, locker zu wirken. Versucht, nicht wie der Don auszusehen, der seinen verkrüppelten Bruder anspricht.

Ich hasse es, dass er gut darin ist. Hasse es, dass er in die Rolle geschlüpft ist und es so leicht aussehen ließ.

Hör auf. Er wollte es nicht. Er hat es übernommen, weil du es nicht konntest.

»Ich will die Position des Dons.«

Die Worte schlagen wie eine Granate mitten im Raum ein.

Stille.

Pietro rührt sich nicht. Blinzelt nicht einmal. Er starrt mich einfach nur an.

Die Standuhr in der Ecke tickt. Einmal. Zweimal. Dreimal.

Niemand spricht.

Ich umklammere meine Armlehnen fester. Spüre, wie das Leder unter meinen Fingern knarrt.

Sag was. Irgendjemand soll verdammt noch mal was sagen.

Pietro stößt sich vom Schreibtisch ab. Macht zwei Schritte auf mich zu. Bleibt stehen.

»Bist du dir sicher?«

Vier Worte. Kein Urteil. Kein Mitleid. Nur eine Frage.

Bevor ich antworten kann, bewegt sich Nico.

»Nein.« Er tritt zwischen uns, das Tablet auf dem Beistelltisch vergessen. »Das kann nicht passieren.«

»Nico –«, setzt Lorenzo an.

»Nein.« Nicos Stimme schneidet wie eine Klinge. »Wir haben monatelang den Mund gehalten. Haben zugesehen, wie er in eine Abwärtsspirale geriet. Wie er jeden von sich stieß. Aber das hier?« Er gestikuliert in meine Richtung. »Das ist Wahnsinn.«

Mein Kiefer mahlt so hart, dass mir die Zähne wehtun. »Vorsicht.«

»Vorsicht?« Nico lacht. Es ist kein angenehmes Geräusch. »Du willst diese Familie anführen? Du erträgst es kaum, mit uns im selben Raum zu sein. Du hast das letzte Jahr damit verbracht, jeden, der versucht hat, dir zu helfen, wie den Feind zu behandeln.«

»Ich brauche keine Hilfe.«

»Genau das ist das Problem.« Er tritt näher. So nah, dass ich zu ihm aufsehen muss. Ich hasse es, aufzusehen. Hasse diesen Blickwinkel. Hasse das, was er repräsentiert. »Du hasst jeden, Bruno. Jeden einzelnen Menschen, der durch diese Tür kommt. Das Personal. Die Soldaten. Deine eigenen Brüder.«

»Das stimmt nicht —«

»Dich selbst hasst du am meisten.« Seine Stimme wird leiser. Ruhig jetzt. Gefährlicher als eben, als er noch geschrien hat. »Und du willst, dass wir dir folgen? Du willst diese Familie mit solchem Gift in deinen Adern in den Krieg führen?«

Meine Hände zittern. Ich kann es spüren. Kann es nicht stoppen.

Beherrschung. Atmen. Nicht —

»Wenn du dich an die Spitze stellst«, fährt Nico fort, »werden wir alle tot enden. Jeder Einzelne von uns. Weil dir alles scheißegal geworden ist. Die Familie. Das Geschäft. Du selbst.«

Die Worte treffen mich wie Kugeln. Jede findet ihr Ziel.

Ich wusste, dass jemand Nein sagen würde. Wusste, dass es Widerstand geben würde. Ich habe mich darauf vorbereitet. Meine Antworten geübt. Logische Argumente zurechtgelegt.

Aber jetzt finde ich sie nicht mehr. Ich finde nichts außer der Wut, die sich in meiner Brust wie ein Lauffeuer ausbreitet.

»Willst du wissen, was ich denke?«, sprudelt es aus mir heraus, bevor ich mich bremsen kann. Gift, genau wie er gesagt hat. »Ich denke, du wirst der Erste sein, der krepiert, wenn du mich noch ein bisschen weiter reizt.«

Nico zuckt nicht einmal mit der Wimper.

»Das da.« Er zeigt auf mich. »Genau das hier. Deswegen kannst du nicht führen. Warum zum Teufel glaubst du, ein guter Anführer sein zu können, wenn du jeden einzelnen Menschen in diesem Raum hasst? Wenn du dich selbst so sehr hasst, dass du nicht einmal in den Spiegel schauen kannst?«

»Fick dich.«

»Brillante Antwort. Wirklich inspirierend. Ich bin sicher, die Soldaten werden einer solchen Führung direkt in ihr Grab folgen.«

Ich bin schon in Bewegung, bevor mir klar wird, was ich tue. Rolle auf die Tür zu. Weg von seinen Worten. Weg von der Wahrheit darin.

»Bruno –«, Pietros Stimme.

»Fickt euch.« Ich weiß nicht, ob ich zu Nico spreche oder zu ihnen allen. Egal. »Euch alle.«

Die Räder drehen sich auf dem Parkett. Ich bin durch die Tür. Den Flur entlang. Vorbei an der Bibliothek mit ihrem Leder und den alten Büchern. Vorbei an der Küche, wo Giulias Essen die Luft mit Erinnerungen an ein Leben füllt, das ich nicht mehr haben kann.

Ich finde ein leeres Zimmer. Irgendein Empfangssalon, an den ich mich nicht erinnere. Ist mir auch egal.

Ich halte an. Umklammere die Armlehnen, bis meine Knöchel weiß anlaufen.

Atmen. Atmen. Atmen.

Ich wusste, dass das passieren würde.

Ich wusste es.

Und ich war trotzdem verdammt noch mal nicht darauf vorbereitet.

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Sartori Syndicate Series - DE Reading Order

1. Pietro
2. Lorenzo
3. Nico
4. Vittoria
5. Bruno

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